Gemeinsam für den Meeresschutz! Ein Bericht einer sozialen Weltreise.

0 Kommentare

We belong to the Sea! Ein Spruch, bei dem sich nicht nur viele Surfer denken, ja definitiv, das tue ich! Der Ozean ist mein Zuhause, der Ort an dem ich mich am wohlsten fühle. Doch wie lange ist das noch so? Und tun wir auch genug, um diesen Ort, den wir alle so sehr lieben, zu schützen?

Die ursprüngliche Leipzigerin Nancy hat ihre Liebe zu den Wellen und dem Ozean auf einer Reise nach Costa Rica entdeckt. Diese Liebe hat sie nie wieder losgelassen und dazu bewegt, das Online Magazin My Taste of Life zu gründen. Zwei Weltreisen später war es dann im November 2017 soweit: Sie hat ihre Wohnung in Berlin aufgegeben und führt seitdem ein Leben als Digitale Nomadin. Ihr Zuhause ist die Welt und der Ozean.

Aktuell befindet sich Nancy auf einer sozialen Weltreise. Ihr Ziel ist es, alles über den Meeresschutz zu erfahren und aktiv bei Projekten mitzuhelfen. Was genau hinter einer sozialen Weltreise steckt, bei welchen Projekten Nancy mithilft und was du für den Schutz unserer Meere tun kannst, erfährst du in dem folgenden Interview. Viel Spaß beim Lesen!

Liebe Nancy, du befindest dich aktuell auf einer sozialen Weltreise. Was bedeutet das genau und wie kamst du auf die Idee?

Meine ersten beiden Weltreisen habe ich mit geringem Budget und einem Rucksack auf dem Rücken gemacht. Mittlerweile bin ich etwas Älter und liebe es, eher langsam zu reisen. Die Idee zu meiner sozialen Weltreise kam im letzten Jahr, als ich dabei war, meine Wohnung in Berlin aufzugeben. Ich wollte nicht nur die ganzen Touristenattraktionen besuchen, sondern Gutes tun und helfen. Mir war es wichtig, so viel wie möglich über das Thema Meeresschutz zu erfahren und da zu unterstützen, wo ich kann. Immer mit dem langfristigen Ziel vor Augen, dieses Wissen mit zurück nach Deutschland zu nehmen und meiner Community davon zu berichten. So können wir mit der gesamten Power der Community diese wundervollen Projekte unterstützen und unseren Teil zum Schutz der Meere beitragen.

Auf welche Projekte bist du auf deiner sozialen Weltreise gestoßen?

Seit Anfang Oktober 2017 bin ich nun auf meiner sozialen Weltreise und habe schon einige Projekte besucht, wie zum Beispiel den ersten Woman Surf Club auf Sri Lanka. Manch einer denkt jetzt sicher, ach so was gibt es doch auch schon in anderen Ländern. Und ja, das stimmt auch. Aber in einem Land mit einem beachtlichen Anteil an muslimischer Bevölkerung, ist das eine Sensation!

Im Islam ist Surfen nicht wirklich angesehen, da es „freizügig“ und damit ein absolutes No Go ist. Nach vielen Jahren voll von heimlichen Surftrips, haben die Mädels es mit Hilfe von drei Frauen aus Europa geschafft und den ersten Surfclub für Frauen auf Sri Lanka gegründet. Mittlerweile sind 14 Frauen in dem Surfclub. Sie haben mit dem Surfen ihre Leidenschaft gefunden und so stehen ihnen auch alle Möglichkeiten in der Surfindustrie offen. Wer weiß, vielleicht können wir ja schon bald die ersten Surfstunden bei diesen Frauen buchen. Mehr über den ersten Woman Surf Club auf Sri Lanka erfährst du hier.

Neben dem Surfclub wollte ich auf Sri Lanka auch mehr über das Meer und deren Bewohner lernen. So kam es dazu, dass ich ein Volunteering in einer Schildkröten Aufzucht gemacht habe. Super interessant und dennoch traurig, da es in dieser Aufzucht auch verletzte Schildkröten gab, die wieder aufgepäppelt werden mussten. Teilweise mussten sogar Flossen der Schildkröten amputiert werden, da sie durch Geisternetze aus dem Meer verletzt wurden. Diese Schildkröten können nie wieder ins Meer gelassen werden, da sie dort aufgrund ihrer Verletzung nicht mehr Leben können.

Mittlerweile bin ich auf Bali angekommen und werde hier in den nächsten Monaten wundervolle Meeresprojekt besuchen.

Wer sind die Initiatoren dieser Projekte und wie hast du sie gefunden?

Als meine Entscheidung gefallen ist, eine soziale Weltreise zu machen, habe ich über sechs Monate lang im Internet nach passenden Projekten gesucht. Es war wirklich schwierig, tolle Projekte zu finden. Es gibt zwar jede Menge zum Thema Meeresschutz, aber die Projekte sind ziemlich groß und schwierig zu besuchen. Mittlerweile stoße ich unerwartet auf meiner Reise auf Projekte.

Die Menschen, die sich hinter diesen Projekten verbergen, sind total unterschiedlich und dennoch verbindet sie alle ein gemeinsames Ziel: Der Schutz der Meere. Sie wollen aufklären und haben eine unglaubliche Passion für den Ozean. Über die Zeit habe ich wirklich inspirierende und kluge Menschen getroffen. Darüber bin ich sehr dankbar!

Wie unterstützt du in diesen Projekten? Was machst du konkret vor Ort?

Bei den Projekten, die ich bisher besucht habe, war ich als Fotograf aktiv oder habe direkt mit angepackt, wie zum Beispiel bei dem Schildkröten Projekt. Hier habe ich täglich Eimerweise Wasser aus dem Meer geschleppt, stinkenden Fisch zur Fütterung geschnitten oder Tanks gereinigt. Zukünftig werde ich diese Projekt vor allem finanziell unterstützen. Dafür arbeite ich aktuell an einem Projekt, zu dem ich allerdings noch nicht viel verraten kann.

Gibt es aus deiner Sicht eine realistische Chance die Verschmutzung der Meere rechtzeitig aufzuhalten? Wenn ja, was muss dafür passieren?

Mittlerweile gibt es ja unzählige Beach Cleanups oder Projekte wie The Ocean Cleanup oder Pacific Garbage Screening, die den Müll aus den Meeren holen. Das ist zwar ein guter Ansatz, allerdings ist schon so viel Müll in den Ozeanen, dass es aus meiner Sicht unmöglich ist, das Problem auf diese Weise zu lösen.

Ich denke, dass wir viel stärker mit der Aufklärung anfangen müssen. Gleichzeitig muss die Plastikindustrie nachhaltiger produzieren. Gerade hier in Asien sehe ich ein Umdenken: Auf Bali beispielsweise, wo das Thema sehr present ist, versucht man immer stärker auf Plastik zu verzichten. Und dennoch muss mehr Aufklärung stattfinden, insbesondere bei Kindern.

Auch in Deutschland sollte in der Schule mehr Bewusstsein dafür geschaffen werden. Wir haben seit über 20 Jahren das gleiche Schulsystem, obwohl sich in diesen Jahren extrem viel verändert hat: Das Internet ist hinzugekommen, es gibt neue Berufe und das Thema Plastik ist immer presenter in den Medien. Nur im Bildungssystem hat sich nichts verändert und die Schulfächer sind die gleichen geblieben. Ich finde, es ist an der Zeit das zu verändern!

Wie kann jeder von uns seinen Beitrag im Alltag dazu leisten, die Meere vor Plastik & Co zu schützen?

Man kann schon mit ganz einfachen Sachen anfangen: Nimm dir einen Jutebeutel oder Korb mit, wenn du das nächste mal einkaufen gehst. Schau beim Obst und Gemüse, ob du diese nicht auch ohne Plastikverpackung findest. Sprich mit Freunden, Familie und Kollegen über das Thema. Schaff dir einen Wasserfilter an, um Plastikflaschen zu reduzieren. Es gibt mittlerweile wunderbare Möglichkeiten sein Wasser zu Hause zu filtern. Wenn du ein Kaffeejunkie bist, bring deinen Wiederverwendbaren Kaffeebecher mit, wenn du dir einen Kaffee in einem deiner Lieblingscafe holst. Bei den meisten Cafe´s bekommst du deinen Kaffee dann sogar ein bisschen günstiger. Wenn wir alle auf diese Kleinigkeiten im Leben achten und mit immer mehr Leuten über das Thema Plastik und Meeresschutz sprechen, ist der erste riesige Schritt getan!


Als Surfer sind wir viel unterwegs. Worauf sollte ich bei meinen Reisen in die Wellen achten?

Beim Reisen ist es oft schwer, nachhaltig unterwegs zu sein. Zumindest glauben wir das. Aber wenn man mal drüber nachdenkt, ist es genauso einfach wie zu Hause. Du kannst auf Reisen deine wiederbefüllbare Wasserflasche mitbringen, dein eigenes Metallbesteck einpacken, um zum Beispiel im Flugzeug auf das Plastik zu verzichten, deinen Jutebeutel mitnehmen und auf lokalen Märkten oder unverpackt Läden einkaufen gehen. Versuch in Restaurants zu essen und auf Take Away zu verzichten und nimm an Beach Clean ups Teil. So lernst du direkt auch andere Gleichgesinnte kennen.

Was ist mit denjenigen unter uns, die mehr machen möchten? Hast du Tipps, wie sie die passenden Projekte finden und sich auch auf eine soziale Reise aufmachen können?

Du musst gar nicht unbedingt auf eine soziale Weltreise gehen. Auch in Deutschland gibt es unzählige Projekte, die du besuchen kannst, sowie jede Menge Workshops und Vorträge, die es sich lohnt anzuschauen. Zudem findest du im Internet und auf Facebook einige Vereine und unzählige Gruppen, denen du beitreten kannst. Eine Empfehlung ist hier beispielsweise der Ozeankind e.V.. Die veranstalten beispielsweise auch regelmäßig Beach Cleanups in Deutschland. Wenn du dennoch auf eine soziale Weltreise gehen möchtest, erkundige dich im Internet, vernetze dich mit Gleichgesinnten und sprich mit den Locals vor Ort. So erfährst du von den besten Projekten!

Vielen Dank für das angenehme Gespräch und weiterhin viel Erfolg bei deiner sozialen Weltreise! Wir hoffen, das Interview hat den ein oder anderen von euch inspiriert, noch mehr über das Thema Meeresschutz zu sprechen, auf die kleinen Dinge im Alltag zu achten oder sogar selber eine soziale Weltreise zu machen. Wenn du Fragen an Nancy hast, kannst du die gerne einfach in die Kommentare posten.


Passende Angebote


Keine Kommentare


Ähnliche Beiträge


Instagram Beiträge