Faszination Mud-Run: Das besondere Erlebnis im Schlamm.

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Mud-Runs, sogenannte Schlammläufe, sind anstrengend und schlammig: Der Schweiß ist eingeplant und der Dreckfaktor ist hoch wie nie. Da fragen sich viele: Warum soll ich mir das bitte antun? In Wahrheit versteckt sich hinter einem Mud-Run ein super cooles Erlebnis, dass du dein Leben lang nicht vergessen wirst. Hier erzähle ich euch von meinem Mud-Run, dem Training, den Hindernissen und dem unbeschreiblichen Gefühl.

Faszination Schlamm: Das Geheimnis des Mud-Run.

Meinen ersten Mud-Run lief ich im Mai 2017 und ich bin immer noch hin und weg. Neben einer tollen Veranstaltung und netten Menschen gibt es vor allem eins: Spaß, Schlamm, Matsch und noch mehr Schlamm! Aber wie kam es dazu?

Letztes Jahr habe ich zufällig einen Freund getroffen. Es war nicht zu übersehen, dass er gerade von einem Mud-Run kam: Er war von oben bis unten mit Schlamm besprenkelt, seine Knie zitterten und die Klamotten waren zerrissen. Was mir aber vor allem hängen geblieben ist, war das Funkeln in seinen Augen! Da sprach pures Adrenalin, so als ob er gerade gegen einen Drachen oder ein paar eifersüchtige Exfreundinnen gekämpft und gewonnen hat.

Dieses Funkeln in den Augen war mein Ansporn, mich für meinen Mud-Run anzumelden. Aber Adrenalin ist bei weitem nicht die einzige Verlockung an einem Mud-Run. Das Training belebt und die Hindernisse sind erfrischend anders: Nirgendwo sonst fällst du in dreckiges Wasser, wenn du einen Klimmzug nicht schaffst, zumindest nicht in meinem Fitness-Studio. Das ist mal etwas Anderes!

Ein weiterer Pluspunkt beim Mud-Run ist, dass alle Gewinner sind. Die Zeit spielt keine Rolle! Die Hauptsache ist, dass du dabei bist, anderen hilfst und bis zum Ende läufst. Selbst wenn du zum Ende gehst oder kriechst, du bist ein Gewinner :-)


Was ist überhaupt ein Mud-Run?

Der Name „Mud-Run“ gibt schon her, dass es um Schlamm, Dreck und Bewegung geht. Aber was erwartet dich wirklich beim Mud-Run?

Ein Mud-Run ist ein Hindernislauf durch schlammiges Gelände. Der typische Mud-Run ist 18 Kilometer lang. Das ist ungefähr die gleiche Streckenlänge, wie ein Halbmarathon (21 Kilometer). Wie viel du wirklich laufen willst, entscheidest du selbst: Die Streckenlänge ist variabel und du kannst Längen zwischen drei und 48 Kilometern wählen. Damit ist vom Hobby-Abenteurer bis zum Teilzeit-Masochist für jeden das Passende dabei.

Genauso wie beim Halbmarathon, stößt du beim Mud-Run an deine Grenzen und testest nicht nur deine körperliche, sondern auch deine mentale Ausdauer. Aber anders als der Halbmarathon ist der Mud-Run kein Wettrennen. Der Mud-Run ist eine Herausforderung, die Teamfähigkeit und Zusammenhalt erfordert. Es geht darum, gemeinsam das Ziel zu erreichen und mit anderen ein unvergessliches Erlebnis zu teilen.

Ein weiterer Unterschied liegt in den Hindernissen: Ein Mud-Run besteht aus einer Vielzahl von kleinen und großen Hindernissen. Kleine Hindernisse können sein, dass du über eine Holzwand kletterst, unter einer Plane hindurchrobbst oder durch hüfthohen Matsch watest. So richtig Spaß machen die großen Hindernisse.

Diese Hindernisse erwarten dich beim Mud-Run.

Für deinen Lauf gilt, desto länger der Weg zum nächsten Hindernis ist, desto mehr kannst du dich darauf freuen. Heißt: Ein weiter Weg ist ein klares Anzeichen für ein cooles Hindernis. Meine besten Hindernisse waren diese fünf:

Hangelnd klettern beim Funky Monkey.

Mein erstes richtig cooles Hindernis war der Funky Monkey. Hier hangelst du dich, wie ein Äffchen, an Leitersprossen rüber zu rotierenden Rädern. An diesen Rädern musst du dich herumschwingen, um auf die andere Seite zu gelangen. Das Besondere dabei ist, dass unter dir ein schlammiges Planschbecken ist. Dort landest du, wenn deine Schultermuskulatur den Geist aufgibt. Und das kommt oft genug vor ;-)

Bei solchen Hindernissen packt dich automatisch der Ehrgeiz: Du willst es einfach nur schaffen und sicher auf die andere Seite gelangen. Dementsprechend groß ist auch das Glücksgefühl, wenn du das Hindernis meisterst.

Schottisch schwingen beim Block Ness Monster.

Das Block Ness Monster ist ein langes Wasserbecken mit rotierenden Barrieren. Aber die Barrieren rotieren nicht von selbst, sondern müssen von den Muddern selbst in Bewegung gebracht werden. Mit dem Schwung der anderen Mudder versuchst du bei diesem Hindernis, dich aus dem Wasser auf die flache Seite der Barrieren zu hieven. Auf den Barrieren angekommen, lässt du dich ins Wasser gleiten und ziehst kräftig weiter am rotierenden Würfel, damit auch die anderen Mudder auf den Würfel kommen.


In der Kälte auferstehen bei The Rebirth.

Das Hindernis The Rebirth macht seinem Namen alle Ehre: Du musst durch ein dunkles Rohr in EISKALTES Wasser rutschen. Kein Teil deines Körpers bleibt vor der Kälte verschont.

Hier musst du ganz stark bleiben, denn das ist wirklich arschkalt! In der Mitte des Beckens gibt es noch einmal eine Trennwand, unter der du hindurch tauchen musst. Aber das Eiswasser hält sein Versprechen: Wenn du auftauchst und endlich draußen bist, kommst du dir wie ein neuer Mensch vor. Das kalte Wasser belebt dich und macht dich bereit für das nächste Hindernis.

Eine menschliche Kette bauen im Pyramid Scheme.

Das Pyramid Scheme ist nur mit vereinter Power zu schaffen. An einer abgeschrägten Wand bildest du mit fünf deiner Freunde oder den nächsten griffbereiten Muddern eine menschliche Pyramide. Diese kletterst du soweit es geht nach oben. Für das letzte Stück wo dich andere Mudder hochziehen. Sobald du oben bist, reichst du selbst dem Nächsten deine helfende Hand.

Einmal im Looping beim Everest 2.0.

Der Everest 2.0 ist eine Halfpipe, die es zu erklimmen gilt. Als wäre das nicht schon schwierig genug, läuft ständig ein Schwall Wasser die Halfpipe herunter. Stell dich also auf viel Rutschen und mehrere Versuche ein.

Bei diesem Hindernis wird der ungemeine Teamgeist bei einem Mud-Run deutlich: Es wird ununterbrochen mitgefiebert, gesungen, gesprungen und geklatscht. Aufgeben wird nicht akzeptiert. Lieber wartet jeder Mudder noch zehn Minuten länger, als den vorherigen Kandidaten unverrichteter Dinge abziehen zu lassen.

Die Anmeldung zum Mud-Run: Wie aus dem Vorsatz Realität wird.

In unserem Leben machen wir viel zu oft Rückzieher: Wir kennen doch alle die ganzen Neujahrsvorsätze, die dann doch irgendwann im Sand versickern. Vielen geht das beim Mud-Run auch so: Ein Mud-Run hört sich echt super an, aber wie wird aus dem Vorsatz Realität?

Das beste Mittel: Such dir Mitstreiter und Zuhörer. Frage Freunde und Bekannte, ob sie mit dir einen Mud-Run laufen wollen und melde dich direkt an. Danach erzähl allen und vor allem denen, die es nicht wissen wollen, vom Mud-Run und deiner Anmeldung. Je mehr Freunde und Bekannte Bescheid wissen, desto besser. Sie sind ein natürlicher Rückzugs-Hemmer und verhindern, dass du doch noch den Schwanz einziehst und es dir anders überlegst.

Trainieren für den Mud-Run.

Sobald du dich angemeldet hast, geht dein Training los. Und ein Mud-Run ist kein Zuckerschlecken. Deshalb gilt: Je früher und härter du trainierst, desto besser. Trotzdem steht der Spaßfaktor im Vordergrund: Niemand zwingt dich, einen Mud-Run zu laufen und selbst ohne Training kannst du einfach einen kürzeren Mud-Run laufen. Lass dich also nicht vom Training abschrecken.

Beim Mud-Run geht es um ganzkörperliche Fitness, Ausdauer und Belastbarkeit. Deshalb trainierst du nicht mit schweren Gewichten, um auf Muskelmasse zu zielen. Im Gegenteil, du bereitest dich perfekt auf deinen Mud-Run vor, indem du Trainingseinheiten mit Eigengewicht und Ausdauerübungen machst.

Dein persönlicher Trainingsplan für den Mud-Run.

Willst du dich für einen Mud-Run vorbereiten, aber weißt nicht wie? Wir haben einen Trainingsplan für dich, der extra auf einen Mud-Run ausgelegt ist. Im Idealfall ziehst du das Training dreimal pro Woche über zwei Monate durch.

Der Trainingsplan besteht aus fünf Runden mit eineinhalb-minütigen Verschnaufpausen. Für das Training benötigst du ein Seil und zwei leichte Gewichte. Wähle die Gewichte entsprechend deiner körperlichen Verfassung, damit du deinen Körper nicht überlastet. Insgesamt dauert das Training ungefähr eine Stunde. Die erste Runde sieht so aus:

Dauer Übung Ausführung
1 Minute Spider Push-Up Bei den Spider Push-Ups bringst du jeweils ein Knie zu deinem Ellbogen, während du deinen Körper Richtung Boden absenkst.
2 Minuten Hampelmann Beim Hampelmann (Jumping Jacks) streckst du deine Arme nach oben. Dann springst du und streckst Beine und Arme seitlich aus, bevor du wieder in die Ausgangsstellung zurückspringst.
1 Minute Squat und Press Bei dieser Übung benutzt du die Gewichte. Du startest mit ausgestreckten Armen und beugst dann deine Ellbogen, während du in die Kniebeuge gehst.
2 Minuten Seilspringen Seilspringen ist eine klassische Ausdauerübung. Wenn du keine Seile hast, kannst du einfach deine Fantasie spielen lassen und auf der Stelle springen.
1 Minute Mountain Climber Den Mountain Climber beginnst du in der Liegestützposition. Dann ziehst du abwechselnd das eine und das andere Bein in Richtung deines Kinns.
Bei der Ausführung ist wichtig, dass du die Körperspannung in der Liegestützposition beibehältst und dein Hinterteil nicht zu weit nach oben streckst.


Die Stunde der Wahrheit: Der Tag des Mud-Run rückt näher. Das Training eignet sich für das Studio ebenso wie für ein Outdoor Workout. Es ist wichtig, dass du jede Übung schaffst und bis zum Ende durchhältst. Verausgabe dich nicht sofort zu Beginn. Nach den ersten drei Trainingseinheiten merkst du, dass es immer einfacher wird.

Je näher der Tag des Mud-Run kommt, desto fitter fühlst du dich. Alleine dafür lohnt sich die Entscheidung, einen Mud-Run zu laufen. Aber was passiert beim eigentlichen Mud-Run?

Mud-Runs finden auf großen, abgelegenen Geländen statt. Deshalb lohnt sich die Anreise per Auto oder Mitfahrgelegenheit. Sobald du angekommen und registriert bist, begibst du dich zum abgesperrten Warm-Up Feld.

Auf dem Warm-Up Feld empfängt dich ein sportlicher Moderator, der dich mit Leib und Seele anheizt. Der Moderator gibt dir kleine Übungen zum Dehnen und Aufwärmen. Wenn du bis dahin noch saubere Hände hast, dann ist ab jetzt Schluss damit: Zum Warm-Up gehört dazu, dass du dich auf den Boden legst und umherrollst. So verlierst du schon vor der großen Schlammschlacht die Scham dreckig zu werden.


Die gesamte Stimmung auf dem Gelände und beim Warm-Up ist freundschaftlich und angenehm. Fast so, als ob du dich mit Freunden auf ein Bierchen triffst. Hier merkst du direkt, dass der Mud-Run kein Wettkampf ist. Es ist ein Erlebnis bei dem sich alle gegenseitig helfen und anspornen.

Startschuss, Leuchtfackel und Los geht dein Mud-Run.

Nach dem Warm-Up bewegt sich die gesamte Mudder-Gemeinde Richtung Start. Der Startschuss und eine coole Leuchtfackel eröffnen den Lauf. Ab geht die Post!

Die ersten Hindernisse sind noch harmlos. Es geht zu allererst darum, dich mit dem Schlamm anzufreunden. Dafür watest du ein wenig im Schlamm, springst in knietiefes Wasser oder robbst im Schlamm unter einem Stacheldraht hindurch. Das fühlt sich zu Beginn reichlich ungewohnt, nass und kalt an. Doch wenn der Knoten einmal geplatzt ist, genießt du es einfach mal richtig dreckig zu sein.

Aus dem ungewohnten Schlamm wird schnell ein lustiges Spiel unter Freunden: Viele bauen eine Schlammkugel und werfen ihre Freunde damit ab. Besonders spaßig ist ein schlammiger Handabdruck, den du im Gesicht deiner Kollegen hinterlassen kannst.

Wettbewerb oder Anfeuern: Wann starte ich beim Mud-Run?

Falls du große Ambitionen hast und eine gute Zeit laufen willst, springst du am Besten früh aus den Federn und startest den Mud-Run mit einer der ersten Gruppen. Da laufen die wirklich eisenharten Jungs und Mädels mit und testen die Strecke schon mal vor. Der ganz klare Vorteil ist, dass die Strecke vor dir relativ frei ist und du alle Hindernisse ohne Wartezeit überqueren kannst.

Bei den späteren Zeiten kann es passieren, dass einige Hindernisse überfüllt sind und du lange warten musst bis du an der Reihe bist. Das heißt aber auch, dass es mehr Mudder gibt, die dich anfeuern und unterstützen.

Egal ob früh oder spät, am Ende wartet immer ein kühles Bier auf dich. Und ich verspreche dir: So gut schmeckt ein Bier nur ganz selten!


Mud-Run: Das unvergessliche Erlebnis.

Ein Mud-Run ist eine super Erfahrung mit garantiertem Spaßfaktor. Die Hindernisse sind gut durchdacht und bestehen abwechselnd aus Kraft-, Mut- und Überwindungsaufgaben. Und durch die unterschiedlichen Streckenlängen ist für jeden die passende Mischung aus körperlicher Herausforderung und Witz dabei.

Ganz gleich wie lang die Strecke ist: Im Schlamm zu wühlen ist zwar ungewohnt, aber genauso befreiend. Du verlierst deine Scham und den ständigen Gedanken, perfekt aussehen zu müssen. Und schon sehr schnell freundest du dich mit dem Schlamm an und genießt das Gefühl.

Da viele Hindernisse nur zusammen mit anderen Muddern zu bewältigen sind, ist der Mud-Run sehr gemeinschaftlich: Gemeinsam Hindernisse zu überwinden, verbindet. Über einen Mud-Run ist schon mehr als eine Freundschaft zustande gekommen.

Nach deinem Mud-Run erwartet dich ein atemberaubendes Gefühl. Die Mischung aus Erschöpfung, Stolz, Adrenalin und kühlem Bier rundet das Event ab und macht den Tag einfach unvergesslich.

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