Nordic Walking + Yoga = Nordic Yoga: Was verbirgt sich hinter der neuen Yoga-Art?

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Nordic Walking ist Laufen mit Stöcken, Yoga Übung auf der Matte. Scheinbare Gegensätze... Aber sie passen zueinander. Wie gut beweist die neue Yoga-Art Nordic Yoga. Draußen an der frischen Luft sein, sich bewegen, bewusst atmen und sich selber näher kommen. Das sind nur ein paar der Versprechen des Nordic Yoga.

Alles und noch mehr über diese junge Yoga-Art erfährst du im Interview mit Thomas Faillat, dem Erfinder des Nordic Yoga. Thomas war professioneller Leichtathlet und ist zertifiziert als Nordic Walking und Pilates Instructor. 2015 hat dann eine Idee in ihm gezündet. Über 2 Jahre hat er daraufhin an dem Konzept von Nordic Yoga gefeilt. Anfang 2018 war es soweit: Thomas hat die ersten Stunden Nordic Yoga in Köln gegeben. Die Begeisterung hat nicht lange auf sich warten lassen und der Trend erreicht immer mehr Leute. Im Interview mit Thomas erfährst du was Nordic Yoga ist und warum es so begeistert.

Hi Thomas, danke, dass du die Zeit gefunden hast. Wenn ich Nordic Yoga höre, denke ich zuerst an Yoga im Schnee. Aber was verbirgt sich wirklich dahinter?

Haha du hast Recht, dass man an Norden, Kälte und Schnee denken könnte. Aber ich muss dich leider enttäuschen. Das „Nordic“ kommt vom Nordic Walking. Nordic Yoga ist die Verbindung Nordic Walking und Yoga.

Harmlos ausgedrückt. Etwas pikanter: Nordic Yoga ist wie Schoko mit Vanille. Zwei Sachen, die alleine schon fast perfekt, zusammen aber einfach genial sind. Sowohl Nordic Walking, als auch Yoga sind bewährte Mittel in der Gesundheitsprävention und ausgereifte und ganzheitliche Bewegungslehren. Zusammengebracht sind sie einfach unschlagbar.


Warum passen Nordic Walking und Yoga denn so gut zueinander?

Nordic Walking und Yoga bauen auf den gleichen Prinzipien auf: Konzentration, meditative Bewegung und bewusste Körperhaltung zum Beispiel. Die grundlegende Harmonie ist damit gegeben. Zugleich halten sie für die jeweils andere Seite Besonderheiten bereit.

Nordic Walking hat mich schon vor langer Zeit in seinen Bann gezogen. Das Gefühl draußen zu sein, die Natur um mich herum wahrzunehmen und beim Gehen die Arme zu bewegen: Für mich unbeschreiblich und magisch. Aber selbst bei meiner eigenen Ausbildung als Nordic Walking Instructor wurde die Atmung im Lehrplan komplett vernachlässigt. Und das obwohl die Atmung insbesondere beim Gehen besonders wichtig und meditativ ist. Das ist eine Besonderheit, die das Yoga dem Nordic Walking geben kann.

Auf der anderen Seite hat Nordic Walking die Bewegung. Beim Yoga bewegst du dich nur auf deiner Matte. Du erkundest die Welt in dir drinnen und weniger das, was draußen ist. Dabei macht insbesondere Yoga dich besonders rezeptiv und offen für die äußere Welt.

Du siehst: Nordic Walking und Yoga bauen auf den gleichen Prinzipien auf, können sich aber gegenseitig auch viel geben. Die perfekten Bedingungen für eine ertragreiche Zusammenkunft.

Und wie sieht das aus: Nordic Walking verbunden mit Yoga?

Nordic Yoga ist kein Name ohne Konzept. Oder einfach eine Aneinanderreihung von zwei Sportarten. Wir gehen nicht mit Stöcken, machen dann Yoga und das war’s. Nein, dahinter steckt ein ganzheitliches Konzept.

Das Fundament des Nordic Yoga bildet die Atmung. Atmen kannst du nur im Jetzt, nicht in der Vergangenheit, nicht in der Zukunft. Mit dem Bewusstsein für deine Atmung kommst du in deiner Umgebung an und nimmst diese richtig wahr. Neben den Haltungs- und Bewegungsprinzipien üben wir beim Walking die Verbindung mit dem Atem. Das Ein- und Ausatmen untermauert die Bewegung der Stöcke.

Zwischen den Walking Einheiten üben wir Yoga. Das ist wie beim Picknick: Wir suchen uns zwischen all den Orten den grünsten und gemütlichsten Platz. Beim Yoga folgst du festgelegten Sequenzen, ähnlich wie beim Ashtanga Yoga. Dabei lässt du die Stöcke aber nicht links liegen. Du verwendest sie als verlängerte Arme, um besser in die Haltungen reinzukommen und die Dehnungen zu intensivieren.


Mit den Stöcken als verlängerte Arme Yoga machen: Was bedeutet das?

Im Nordic Yoga gibt es im Moment sechs Sequenzen mit insgesamt 70 Haltungen und zwei Vinyasas, also fließende Übergänge zwischen Haltungen. Fünf der sechs Sequenzen bestehen aus Standhaltungen. In den Haltungen setzen wir die Füße auf den Boden, dort, wo die Hände normalerweise hinzeigen. Dabei fungieren die Stöcke als Stütze und aktives Hilfsmittel.

Obwohl ich zu der Zeit professioneller Leichtathlet war, war meine erste Yoga-Stunde eine richtige Qual. Das ist kein Wunder: Yoga ist tausende von Jahren alt und in Indien fangen die Männer schon im frühen Alter mit Yoga an. Natürlich ist das eine unglaubliche Herausforderung für die Leute hier, insbesondere für ältere und nicht so sportliche Menschen. Da sind die Stöcke eine Stütze und willkommene Hilfe. Denn sie geben dir Vertrauen und Stabilität.

Doch die Stöcke sind viel mehr als nur eine Stütze. Um alle Feinheiten und Details einer Haltung wahrzunehmen, musst du sehr fortgeschritten sein. Doch im Yoga sind es kleine Details, die den Unterschied machen. Durch die Stöcke kriegt dein Körper mehr Informationen. Du kannst länger in der Position verweilen und deine Haltung und Ausrichtung besser adjustieren.

Ich vergleiche es gerne mit einem guten Braten: Einen guten Braten brätst du nicht auf die Schnelle bei 200 Grad. Im Gegenteil, das Fleisch schmeckt am besten, wenn es für 4 Stunden auf 60 Grad im Ofen war. In meinen Sequenzen im Nordic Yoga bleibst du manchmal bis zu 5 Minuten auf einem Bein. Ohne Stöcke kannst du das erst ab einem sehr fortgeschrittenen Level. Mit Stöcken ist auf den ersten Blick vielleicht leichter, aber so dringt die Dehnung bis in deine Tiefenmuskulatur vor und du holst dir langfristige Vorteile ab.


Nun zur anderen Seite der Medaille: Nordic Walking hat einen schlechten Ruf als „Alte Leute“ Sport. Warum stimmt das nicht?

Um ganz ehrlich zu sein: Als ich 2008 auf Nordic Walking stieß war das auch mein erstes Gefühl. Viele alte Leute kaufen sich Stöcke, weil Walking gut für die Gelenke und gegen Osteoporose ist. Aber beim Nordic Walking geht es nicht darum, dass die Stöcke dich stützen, sondern vielmehr darum, den ganzen Körper in die Bewegung einzuschließen. Mit den Stöcken nutzt du 90% deiner Muskulatur, inklusive Trizeps, Schultern und Rücken.

Nordic Walking ist die Kunst des aktiven Laufen. Egal ob Kind, Senior oder Leichtathlet, gut zu laufen ist wie ein Spiel, ein Flow mit dir selbst. Und wenn du jemanden siehst, der die Stöcke gut nutzt, ruft es bei dir wie bei jeder Sportart ein Gefühl von Anerkennung und Schönheit hervor. Also: Nordic Yoga ist dynamisch, athletisch und nicht nur was für alte Leute.

Wie bist du auf die Idee gekommen, Nordic Walking und Yoga zu verbinden?

Vor vier Jahren bin ich mit meiner schwangeren Frau nach Deutschland gezogen. Bevor ich weiter als Personal Trainer und Pilates Lehrer arbeiten konnte musste ich erstmal Deutsch lernen. Kein Job = viel Zeit. Das war wie nach dem Studium: Ich hatte endlich Zeit, um mich meinen Interessen zu widmen. Ich hab täglich Ashtanga Yoga geübt und mich auch sonst viel dem Sport gewidmet: Ob Pilates oder Gleichgewichtstraining, Leichtathletik oder Krafttraining. Jetzt hatte ich endlich mal Zeit.

Inmitten dieser inspirierenden Phase war ich eines Tages mit meinen Stöcken im Park unterwegs. Wie automatisch habe ich mich in eine Yoga-Haltung begeben. Und ich habe direkt gemerkt: Mit Stöcken fühlte es sich viel besser an. Ich hatte endlich die Sicherheit und das Gleichgewicht, um mich auf alle Feinheiten und Details zu fokussieren. Und schon fingen meine Gedanken an zu spinnen: Gehen durch den Park + Yoga-Haltungen. Peu à peu ist mehr daraus geworden.

Und wie ist aus der Idee Realität geworden?

Ich leite jedes Jahr im Sommer ein Sportcamp in Frankreich. Das ist großes Glück für mich, denn es gibt mir den Freiraum, neue Sachen auszuprobieren. 2016 habe ich dann einfach mal Nordic Yoga auf den Trainingsplan gesetzt, um zu schauen wie es ankommt. Auch wenn ich das Konzept zu dem Zeitpunkt noch nicht fertig entwickelt hatte, war das Feedback klasse. Selbst Yogalehrer haben mich dazu ermuntert die Idee weiterzuentwickeln.

So ging es dann auch noch ein Jahr in Köln weiter: Ich habe viel gelesen, mich ausgetauscht und mit Yogalehrern Ideen gesammelt. Ich habe immer mehr Zuspruch dafür gefunden und so hat sich die Idee gefestigt. Danach kamen die praktischen Schritte, wie den Namen patentieren lassen, eine Internet Domäne, ein passendes Logo.

Anfang 2017 habe ich dann in kleinem Rahmen angefangen, die ersten Kurse anzubieten. Aber das ist noch lange nicht das Ende der Geschichte! Ich entwickle das Konzept jeden Tag weiter und entwickle neue Sequenzen.

Was sind die Vorteile von Nordic Yoga?

Unser heutiges Leben findet zum Großteil drinnen statt: Vom Haus ins Auto oder in die Bahn, von dort ins Büro, mittags zur Kantine und so weiter und so weiter. Es kommt viel zu selten vor, dass wir die Frische draußen wahrnehmen und genießen können - und das obwohl wir in Köln so schöne Parks haben. Mit Nordic Yoga finden wir den Weg nach draußen in die Frische. Ich sage gerne: Wir spüren die Therapie der frischen Luft.

Dann ist da noch die Kombination aus Bewegung, Asana (Yoga-Haltung) und Atmung. Du lernst, wie du besser gehst und bewusster atmest. Das ist eine Positivspirale: Je besser deine Haltung , desto bewusster deine Atmung und je bewusster du atmest, desto besser ist deine Haltung. Die Vorteile davon spürst du direkt in allen Situationen in deinem Leben. Der Transfereffekt ist riesig: Du fühlst dich ausgewogener, weniger gestresst, zufriedener und einfach wohler in deiner Haut.

Das ist mein großes Ziel mit Nordic Yoga. Und das sagen mir meine Kunden jetzt schon: Mehr Gleichgewicht, bessere Konzentration und einfach ein besseres Leben. Entdecke ausgewählte Yoga Retreats weltweit und überzeuge dich selber von den Vorteilen von Yoga.


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