Yoga-Arten: Welche gibt es und welche passt zu dir?

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Für viele ist Yoga einfach Yoga. Dabei gibt es mehr als neunzig verschiedene Yoga-Arten und die unterscheiden sich nicht nur im Namen: Manche Yoga-Arten sind anstrengend und schweißtreibend, manche entspannend und ruhig, manche meditativ und spirituell. Ganz gleich wonach du suchst, es gibt die passende Yoga-Art für deine Bedürfnisse. Damit du einen Einblick in die Unterschiede der verschiedenen Yoga-Arten bekommst und die passende Yoga-Art für dich finden kannst, stellen wir dir hier verschiedene Yoga-Arten vor.

Bekannte Yoga-Arten: Von Hatha bis Jivamukti.

Im ersten Abschnitt geben wir dir einen Einblick in sieben bekannte Yoga-Arten bei uns in Deutschland. Diese bekannten Yoga-Arten unterscheiden sich von den traditionellen Yoga Wegen, die sich auch auf Lebensaspekte, wie Handlung, Hingabe und Wissen beziehen. Bei den Yoga-Arten, die im Westen bekannt sind, stehen meistens die körperlichen Stellungen und die Atmung im Vordergrund.


Hatha Yoga: Die Klassische Variante für Yoga Anfänger.

Das Wort ‚Hatha’ ergibt sich aus den Worten ‚Ha’ für Sonne und ‚Tha’ für Mond. Symbolisch stehen diese für Hitze und Männlichkeit sowie Rationalität und Weiblichkeit. Im Hatha Yoga geht es darum, ein Gleichgewicht zwischen diesen beiden Gegenpolen zu erstellen.

Ursprünglich dienten die Übungen des Hatha Yoga dazu, dem Körper die nötige Energie für Meditationsübungen zu verleihen. Die körperlichen Stellungen, die Asanas, sind also der Ausgangspunkt für die spirituelle Entwicklung im Hatha Yoga. Die Asanas werden sehr bewusst ausgeführt und lange gehalten. Deshalb ist Hatha Yoga entspannend für Geist und Körper. Trotzdem belastet das Hatha Yoga die Muskeln und fordert Kraft, Stabilität und Gleichgewicht.

Die meisten Yoga-Arten, die in Europa und Nordamerika bekannt sind, basieren auf dem Hatha Yoga. Deshalb ist Hatha Yoga eine klassische Variante für Einsteiger. So kannst du du dich mit den Grundlagen des Yoga vertraut machen, bevor du verschiedene Yogarichtungen ausprobierst. Trotzdem ist Hatha-Yoga nicht nur für Anfänger, auch viele erfahrene Yogis schätzen die Mischung aus Ruhe und Anstrengung.

Kundalini Yoga: Der Weg zum Wahren Ich.

Das Kundalini Yoga ist eine der ältesten Yoga-Arten und somit auch sehr spirituell ausgerichtet. Die Lehren des Kundalini Yoga wurden über Jahrtausende hinweg nur im Geheimen und an ausgewählte Schüler weitergegeben. 1969 hat Yogi Bhajan dieses Wissen der Welt offenbart. Er war überzeugt, dass die Menschen dieses Wissen brauchen, um im wachsenden Ungleichgewicht auf der Welt, sich selbst nicht aus den Augen zu verlieren. Am Anfang fand diese Yoga-Art insbesondere bei Hippies großen Andrang: Mit den Techniken des Kundalini Yoga konnten sie Gefühle erzeugen, die sie vorher nur mit Drogen gespürt haben.

Beim Kundalini Yoga geht es um das Erkennen des ‚Sat Nam’, das Wahre Ich, das sich hinter all den Schichten des Egos verbirgt. Um das zu erreichen, integriert das Kundalini Yoga Gesänge (Mantras), kraftvolle Handzeichen (Mudras), Atemübungen (Pranayama) und körperliche Haltungen (Asanas). Die Übungen sind darauf ausgerichtet, die Chakras, die sich als Energiezentren entlang der Wirbelsäule befinden, zu öffnen. Durch regelmäßige Praxis weckt der Yogi dadurch seine Kundalini-Energie: Die Lebensenergie, die in jedem von uns steckt und uns Kraft und Vitalität schenkt.

Wenn du dich in deiner eigenen Haut wohl fühlen willst und auf der Suche nach spiritueller Lehre bist, bist du beim Kundalini Yoga genau richtig.


Yin Yoga: Entspannung und Ausgeglichenheit.

Yin steht im traditionellen Sinne für die Weiblichkeit, das Sanfte und die Ruhe. Yang hingegen symbolisiert die Männlichkeit und Bewegung. Dementsprechend ist Yin Yoga eine entspannende und meditative Praxis und der passender Gegenpol zum vielen Yang in unserem Leben.

Die körperlichen Haltungen des Yin Yoga werden meistens liegend oder sitzend durchgeführt. Dabei geht es nicht um eine schnelle Abfolge der Bewegungen, sondern darum, dich über mehrere Minuten hinweg in Körperhaltungen hinein zu entspannen. Dadurch kann die Dehnung bis in die Faszien und Bindegewebsschichten vordringen und die Gelenkigkeit nachhaltig fördern.

Yin Yoga ist unter Yogis und Sportlern als Ausgleich zu ihrer üblichen Praxis sehr beliebt. Auch bei älteren Menschen und Menschen mit viel Stress im Alltag ist Yin Yoga mittlerweile vollständig angekommen.

Bikram Yoga: Die Schweißtreibende Option für Fitnessliebhaber.

Beim Bikram Yoga ist Schwitzen angesagt: Die Praxis findet bei einer Raumtemperatur von 38 Grad und Luftfeuchtigkeit von 40 Prozent statt. Das sind die perfekten Bedingungen für Muskelbildung. In der Hitze lockern sich die Muskeln und können sich besser ausdehnen und straffen. Außerdem fördert Bikram Yoga den Sauerstofftransport und den Stoffwechsel.

Bikram Yoga besteht aus einer festgelegten Sequenz von 24 körperlichen Übungen und 2 Atemübungen, die ohne Pause durchgeführt wird. Das ist auch der Unterschied zum bekannten Hot Yoga: Beim Hot Yoga folgst du keiner festgelegten Sequenz, sondern bringst Elemente aus den verschiedenen Yoga-Arten in den beheizten Raum.

Bikram und Hot Yoga sind beides sehr sportliche Yoga-Arten. Bei einer 90-minütigen Session verbrennst du im Durchschnitt 500 bis 700 Kalorien. Insofern ist Bikram Yoga etwas für Fitnessliebhaber.

Jivamukti Yoga: Musikalisch ins Schwitzen kommen.

Das Besondere beim Jivamukti Yoga ist die Einbindung von musikalischen Elementen: Mantras, Chanten und Klangschalen sind ein wichtiger Bestandteil der Praxis. Aber was die Musik eigentlich zum Ausdruck bringt, ist dass Jivamukti Yoga alle Sinne gleichermaßen anspricht. Jivamukti heißt so viel wie Befreiung der Seele. Und dazu gehört sowohl die physische als auch die geistige Ebene. Dementsprechend legt Jivamukti auch viel Wert auf philosophische Lehren, wie Hingabe und Gewaltlosigkeit.

Die Bewegungsabläufe im Jivamukti sind fließend und gehen fast tänzerisch ineinander über. Das Resultat ist ein sehr herausforderndes ganzheitliches Körpertraining. Jivamukti Yoga ist die perfekte Variante für erfahrene Yogis, die ihre Yogapraxis auf andere Sinne ausweiten und ganzheitlicher gestalten wollen.

Ashtanga Yoga: Meditieren in anstrengender Bewegung.

Die Ashtanga Yoga Methode basiert auf der Synchronisierung des Atems mit dynamischen Körperbewegungen. Die Abfolge der Bewegungen ist in sechs Serien mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad festgelegt. Der Übende wiederholt über Jahre hinweg jeden Tag dieselbe Serie: Schon bald musst du nicht mehr nachdenken, was du tun musst und kannst dich komplett auf dich fokussieren. Deshalb wird Ashtanga Yoga auch „Bewegende Meditation“ genannt.

Die Übungen des Ashtanga Yoga werden in rascher Folge aneinandergereiht. Da es keine Pausen gibt, ist Ashtanga Yoga körperlich sehr anspruchsvoll und trainiert insbesondere Kondition und Kraft. Zugleich belebt die Harmonie zwischen Bewegung und Atmung den Geist und löst mentale Blockaden. Ashtanga Yoga eignet sich besonders für sportliche Yogis.


Vinyasa Yoga: Den eigenen Flow finden.

Vinyasa Yoga ist eine moderne Interpretation des Ashtanga Yoga. Wie im Ashtanga Yoga, liegt der Fokus auf der dynamischen Verbindung von Atmung und Bewegung. Der Unterschied liegt darin, dass die Abfolge der Asanas im Vinyasa Yoga nicht festgelegt ist. Deshalb spricht man häufig auch von Vinyasa Flow, da jeder Yogi seinen eigenen Bewegungsfluss finden kann.

Vinyasa Yoga und das verwandte Power Yoga sind besonders attraktiv für dynamische und schwungvolle Menschen, die sich trotzdem einen Bezug zur Entspannung und Selbstfindung des Yoga wünschen: Im Vinyasa Yoga findest du eine Balance zwischen Dynamik und Entspannung, Vitalität und Ruhe.

Iyengar Yoga: Die Kunst der korrekten Körperausrichtung.

Das Iyengar Yoga wurde in den 1940ern von Bellur Krishnamachar Sundararaja (BKS) Iyengar begründet. Iyengar Yoga legt besonders viel Wert auf die symmetrische und korrekte Ausrichtung des Körpers. Die Positionen werden lange gehalten und der Geist trainiert, indem der Übende sein Bewusstsein für die korrekte Körperausrichtung fördert.

Die Vorteile des Iyengar Yoga sind insbesondere Gelenkigkeit, Stärke und Körperausrichtung sowie ein beruhigtes Bewusstsein. Iyengar Yoga ist sehr inklusiv: durch das Einsetzen von Hilfsmitteln, wie Gurten, Blöcken oder Decken, können die Übungen individuell angepasst werden. Damit ist Iyengar Yoga ideal für Menschen mit Gelenkschmerzen, Verspannungen oder unfallbedingten Beschwerden. Mehr zu Iyengar Yoga findest du hier: http://www.asanayoga.de/blog/iyengar-yoga/.


Ausgefallene Yoga-Arten: Von der Luft aufs Wasser.

Innerhalb der Yoga-Arten gibt es keine festgelegte Autorität: Yoga als solches ist in keinem System organisiert und verändert sich ständig. Und das ist gut so, denn Yoga fördert die Kreativität und jeder Yogi kann seinen eigenen Stil entwickeln.

Dadurch entstehen immer wieder neue, ausgefallene Yoga-Arten. Viele neue Yoga-Arten sind sehr unbekannt. Das ist schade, denn insbesondere ausgefallene Yoga-Arten sprechen komplett neue Sinne an und geben deinem Leben das besondere Etwas. Deshalb stellen wir dir jetzt drei ausgefallene Yoga-Arten vor, die du unbedingt mal ausprobieren solltest.

Aerial Yoga: Kopfüber von der Decke baumeln.

Beim Aerial Yoga lernst du das Gefühl der Schwerelosigkeit kennen. Aerial Yoga kombiniert Yoga mit Luftakrobatik: Über deiner Matte baumelt ein trapezförmiges Lycra Tuch von der Decke, das du aktiv in deine Praxis einbindest. Du sitzt, liegst oder hängst in deinem Tuch, während du Yoga Stellungen machst. Dabei überlässt du dein Körpergewicht dem Tuch und kannst dich so besser auf die Dehnung einlassen.

Aerial Yoga ist sehr entspannend. Insbesondere Umkehrübungen, wie der Kopfstand, belasten deine Bandscheiben beim Yoga auf der Matte. Nicht so beim Aerial Yoga: Du kannst dich in Umkehrhaltungen entspannen und einfach hängen lassen, während die Durchblutung und der Stoffwechsel automatisch gefördert werden. Außerdem wirkt das schwankende Tuch sehr beruhigend und trainiert deine Körperspannung und Balance.


Lachyoga (Hasyayoga): Lebenslust statt Frust.

Lachyoga ist genau das, wonach es sich anhört: Yoga zum und fürs Lachen. Aber muss ein Lachen nicht eigentlich immer natürlich kommen? Lachyoga basiert auf dem Grundgedanken, dass ein künstliches Lachen dieselben positiven Auswirkungen hat, wie ein echtes Lachen: Allein die Mund- und Atembewegungen reichen, um die selben Endorphine wie bei einem echten Lachen auszuschütten.

Durch gezielte Einzel- und Gruppenübungen erzeugst du beim Lachyoga ein rein motorisches Lachen. Das steckt an: In der Gemeinschaft wird das erzwungene Lachen zu einem echten Lachen und die Lachyoga Stunde plötzlich voll mit hysterischem Lachen und Kichern. Lachen ist der beste Schlüssel gegen schlechte Laune. An einem schlechten Tag ist Lachyoga also das perfekte Heilmittel. Hier kannst du dir anschauen, wie Lachyoga in der Realität aussieht.

Stand-Up Paddle (SUP) Yoga: Mit dem Kopf auf dem Wasser Stehen.

Kopfstand auf dem Wasser? Wenn du denkst, dass das unmöglich ist, kennst du Stand-Up Paddle (SUP) Yoga noch nicht. Beim SUP Yoga tauschst du deine Yoga Matte mit einem SUP Board aus. Unter freiem Himmel und auf dem Wasser kannst du auf dem Board fast alle deine Asanas machen. Das stetige und sanfte Schwanken des Untergrunds entspannt deinen Geist und ist außerdem das perfekte Training für Balance und Körperkontrolle: Wenn du den Kopfstand auf dem Stand-Up Paddle schaffst, funktioniert er überall.

Das Gefühl der Freiheit und Unbefangenheit, wenn du umgeben von Wasser an einem schönen Sommertag Yoga machst, ist absolut einzigartig und hat schon viele angesteckt. Damit die großen Liebhaber Stand-Up Paddle Yoga auch im Winter üben können, haben einige Yoga Studios die Yoga Matten durch besondere Bretter ersetzt. Auch wenn das Ambiente nicht ganz dasselbe ist, bleibt dadurch das Gefühl, auf dem Wasser zu stehen, erhalten. Einen tieferen Einblick ins SUP Yoga findest du hier: https://gesundheit-im-ganzen.de/sup-yoga/

Yoga-Arten: Stand-Up Paddle Yoga.


Probieren über Probieren: Yoga-Arten kennenlernen.

Genauso wie jeder Mensch seine eigene Persönlichkeit hat, hat jede Yoga-Art einen besonderen Charakter: Ob sportlich, spirituell, dynamisch, beruhigend, meditativ oder integrierend, jede Yoga-Art hat ihre besondere Ausrichtung. Mit jeder Yoga-Art, die du ausprobierst, erweiterst du deine eigene Yogapraxis und lernst neue Besonderheiten am Yoga und an dir kennen.

Deshalb gilt sowohl für Yoga Anfänger als auch für erfahrene Yogis: Probier dich aus und erfreue dich an Neuem.

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