Lokal vs. global: Warum wir gerade jetzt nicht nur auf uns schauen sollten

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Surfen in den Wellen Costa Ricas, Yoga im Dschungel auf Bali oder Kung Fu in den Bergen Chinas - diese und ähnliche Träume mussten die meisten von uns dieses Jahr leider hinten anstellen. Insgesamt war es ein schlechtes Jahr für das Abarbeiten von Bucket-Listen, besonders was die Reiseziele außerhalb Europas angeht.

Wir sind uns jedoch sicher, dass du nächstes Jahr deine Träume endlich wieder in Taten umsetzen und Orte wie Costa Rica und Bali sorgenfrei besuchen kannst. Tatsächlich öffnen momentan schon immer mehr Länder ihre Pforten, da sie nicht länger über ihre Abhängigkeit vom Tourismus hinwegsehen können!

Um für dich immer auf dem neuesten Stand zu sein und den globalen Blick nicht zu verlieren, stehen wir im regelmäßigen Austausch mit unserem weltweiten Netzwerk aus Freund- und Partnerschaften. In den folgenden Zeilen möchten wir auch dir einen Einblick aus erster Hand über die die aktuelle Lage in verschiedenen Ländern außerhalb Europas geben.

Europa scheitert an der Zusammenarbeit im Kampf gegen Corona

Wie sieht es dann erst bei Ländern abseits der westlichen Welt aus? Eine Frage, der man sich momentan bewusst werden sollte - auch wenn es darauf nicht die eine Antwort gibt. Gegenseitiges unter die Arme greifen bleibt in den meisten Ländern eine Utopie, da die Regierungen alleine schon mit der Situation überfordert sind. Finanzielle Unterstützung vom Staat gibt es in den wenigsten Fällen. Bekannterweise leben die meisten unserer liebsten Reiseziele hauptsächlich vom internationalen Tourismus, Bali zum Beispiel zu stolzen 80 Prozent! Die ARD berichtet exemplarisch vom einst gut aufgestellten Tauchlehrer, der seit dem Ausbruch von Corona wieder auf der Seetangfarm seinen Lebensunterhalt verdienen muss und jetzt ein Bruchteil von dem verdient, was ihm der internationale Tourismus zuvor auf der Insel eingebracht hat. Dieses Schicksal teilen etliche lokale Unternehmen und Anbieter der Tourismusbranche auf der ganzen Welt.

So richtig bewusst wird einem das erst nach einem Blick auf die nackten Zahlen der Tourismusbranche: Insgesamt waren 2019 ganze 1,5 Milliarden Reisende unterwegs - so viele wie nie zuvor. Erste Erhebungen rechnen 2020 mit einem Einbruch von 60-80 Prozent, also nur noch mit 300-600 Millionen Reisenden. Zum Vergleich: Die erste SARS-Pandemie 2003 wirkte sich mit -0,4 Prozent auf die absolute Anzahl an Reisenden aus, die Finanzkrise 2009 mit -4 Prozent.

Wie geht Costa Rica mit der Situation um?

Wie bereits erwähnt öffnen immer mehr Länder ihre Pforten, um den auf Eis gelaufenen Tourismus wieder anzukurbeln. So auch Costa Rica. Während die Infektionszahlen vor Ort zwar nur langsam sinken, öffnete das Land zum November wieder seine Landesgrenzen und erlaubt seitdem touristische Reisen für alle Nationalitäten. Zuvor änderten sich die Regulierungen nahezu wöchentlich, was zum Teil auf großes Unverständnis der Bevölkerung stieß.

Im direkten Vergleich mit den benachbarten Ländern Mittelamerikas, scheint Costa Rica jedoch als Vorbild zu agieren, wie unsere Partnerin Jana vom El Gato Rojas Surf Hostel aus Santa Teresa berichtet. So handeln die übrigen lateinamerikanischen Länder im Vergleich zu Costa Rica noch viel undurchsichtiger: “Dank der tollen medizinischen Versorgung des Landes und der Eigeninteresse der Bürger läuft das in Costa Rica anders!”

Wir sind sehr froh, dass die Grenzen wieder offen sind und sehen der Sache positiv entgegen. Costa Rica hat tolle Hygienemaßnahmen ergriffen, die uns helfen sollen das Virus einzudämmen. Wir hoffen alle, dass der Tourismus wieder neuen Mut fasst um zu reisen.

Die Hoffnungen auf das kommende Jahr und auf flächendeckende Impfungen sind groß. Währenddessen verschlechtert sich die ökonomische Situation landesweit zunehmend, was sich direkt auf die humanitäre Versorgung der Bevölkerung auswirkt. Ohne Vorwarnung traf es zuallererst die angestellten Service- und Reinigungskräfte, die ohne Rücklagen direkt auf der Straße standen. Je länger sich diese Situation hinzieht, desto mehr breitet sich das Leid in solchen touristisch geprägten Regionen aus. Das gleiche gilt für die Kriminalität. Die Menschen in Santa Teresa versuchen sich momentan noch so gut es geht gegenseitig zu helfen: Es wird sich vor Allem in Facebook-Gruppen organisiert und mit gegenseitigen Spendenaktionen unterstützt, da der Staat keinerlei Hilfe anbietet. Doch das kann nicht ewig so weitergehen.

Jana und ihr Team schätzen sich glücklich, dass sich die meisten Corona-Fälle konstant in der Hauptstadt San José konzentrieren. Auf dem Land und in Dörfern wie Santa Teresa habe man mehr mit den Maßnahmen und Reisebeschränkungen zu kämpfen, als mit dem Virus selbst. Aber wie so viele versuchen auch sie in dieser prekären Lage, das Beste daraus zu machen. Während das Hostel für ganze sieben Monate schließen musste, hatten Jana und ihr Team mehr als genug Zeit ihr Konzept zu überarbeiten, um 2021 noch stärker durchzustarten.

Das El Gato Rojas Surf Hostel und die gleichnamige Surfschule wurden von Marcos Rojas gegründet. Marcos ist ein Local und kennt die Surfspots in der Umgebung Santa Teresas wie kein Anderer. Zusammen mit Jana bietet er individuelle Surfreisen für jedes Level an. Santa Teresa, an der Südspitze der Nicoya-Halbinsel am Pazifik gelegen, ist ein absolutes Muss für alle Surf-Fans: Hier ticken die Uhren etwas langsamer, die Strände sind endlos und der Dschungel erstreckt sich bis an die Küste. Der Ort liegt circa 150 Kilometer südlich von der Hauptstadt San Jose. Hier erfährst du mehr.

Bali - das verlassene Paradies

Gut, völlig verlassen ist Bali natürlich nicht - aber die Wellen und Unterkünfte der Insel sind so leer wie schon lange nicht mehr. Campmanagerin Meike von Rapture Surfcamps merkt vor Ort relativ wenig von Corona, abgesehen von den niedrigen Buchungszahlen: Die Restaurants sind offen, es gibt sogar Partys und Kontaktbeschränkungen werden eher als Empfehlungen betrachtet.

Auch die indonesische Regierung hat kein Sozialsystem, weswegen die Betroffenen keine Unterstützung vom Staat bekommen. Da das Leitungswasser in Indonesien dem Staat gehört, gibt es dafür lediglich einen Preiserlass von 50 Prozent für Haushalte von Locals. Das Leben in Indonesien sei viel mehr auf den eigenen Kosmos fokussiert, berichtet Meike: “Die meisten Locals haben kein Verhältnis zur Regierung, da sie eher in ihren Gemeinden politisch aktiv sind, was auch ganz gut funktioniert”. Einzelne Gemeinden unterstützen die Bevölkerung manchmal mit Reissäcken, Öl oder Trinkwasser - während vergeblich versucht wird, zumindest den nationalen Tourismus anzukurbeln.

Die Preise sind anfangs drastisch gefallen, nur um irgendjemanden dazuhaben und jetzt merken sie langsam, dass das nicht nachhaltig ist. Viele lokale Businessowner mussten schließen und sogar in ihre Heimatgegend zurückkehren

Tatsächlich ist die Einreise nach Bali über die Landeshauptstadt Jakarta mit einigen Hürden auch für dich schon wieder möglich. Neben den üblichen Verordnungen zur Testpflicht und Selbstquarantäne unterliegen die Einreisebestimmungen immer wieder neuen Veränderungen. Wenn du Bali so leer wie lange nicht mehr erleben und gleichzeitig die lokale Gemeinschaft unterstützen willst, kontaktiere uns einfach für die aktuellsten Infos!

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Die vermeintliche Rückkehr zur Normalität in China

Erheblich anders läuft es bereits seit Monaten in China. Nach dem harten Lockdown Anfang 2020 hat das Land das Virus weitgehend unter Kontrolle gebracht. Auch wenn man die niedrigen Infektionszahlen hinterfragen kann, ist ein deutlicher Trend erkennbar: Die drastischen Maßnahmen, die erhöhte Kontrolle der Bevölkerung und die ausgebauten Testkapazitäten scheinen ihre Wirkung zu zeigen. Besonders die verschärfte Maskenpflicht wird größtenteils angenommen, da es auch schon vorher in vielen Situationen zum guten Ton dazu gehörte, Maske zu tragen. Wenn man heute durch Peking geht, wirkt es, als hätte es Corona nie gegeben.

Auch für unsere Partnerin Kathy vom Kunyu Shaolin Camp ist der Alltag zurückgekehrt. Zwar sind die Grenzen noch für touristische Reisen geschlossen, die Kung Fu-Schule konnte sich jedoch mit staatlicher Hilfe und Langzeitaufenthalten über Wasser halten. So sind die meisten der etwa 25 anwesenden Kung Fu-Lehrlinge schon vor Ausbruch der Pandemie vor Ort gewesen und haben sich dazu entschlossen, einfach dazubleiben. Kathy bleibt zwar optimistisch, aber die Entscheidung über die Öffnung der Grenzen sei weiterhin schwierig vorauszusehen, da sie sehr stark von den Entwicklungen der restlichen Welt abhängig gemacht werde.

Momentan läuft alles gut in China, das Leben der Menschen ist wieder normal geworden, auch für Studierende sowie Schülerinnen und Schüler jeden Alters. Das weiß ich durch meine Arbeit in der lokalen Universität. Ich glaube auch, dass es im Sommer für den internationalen Tourismus wieder möglich sein wird, China zu besuchen

Die Kunyu Mountain Shaolin Martial Arts Academy liegt in der Nähe von Yantai am Kunyu Mountain und besteht seit 2004. Die elf Shifu (Kung Fu Meister) sind zum Teil Shaolin-Mönche der 30. Generation und können so durch hervorragende Fähigkeiten brillieren. Im Camp wohnen zudem die Küchencrew, Übersetzer und Lehrer für Massage und Akupunktur. Das Kunyu Shaolin Camp steht für traditionelle Kampfkunst in authentischer Umgebung, nämlich der Wiege des Taoismus.

Hier erfährst du mehr

Nie waren wir so privilegiert wie jetzt

Ein Gesundheitssystem, das unerwartete Pandemien zumindest bis zu einem gewissen Grad abfangen kann, ein Sozialsystem, das Überbrückungshilfen in Millionenhöhe anbietet - nie war unsere Generation in Deutschland so privilegiert wie jetzt. Statt uns über die Berechtigung jeder Maßnahme gegenseitig die Köpfe einzuhauen oder darüber zu debattieren, ob man seinen Glühwein im Stehen, im Gehen oder lieber doch gar nicht trinken sollte, ist es ein Jahr nach Ausbruch von Corona an der Zeit, sich zu vergegenwärtigen, was Corona in wirtschaftsschwachen Ländern in so kurzer Zeit anrichten konnte. Obwohl es uns am besten geht, schauen wir nur auf uns selbst. Währenddessen erlebt ausgerechnet China ein Jahr nach Ausbruch des Virus durch enorm steigende Exportquoten einen regelrechten Wirtschaftsboom - den internationalen Tourismus ausgenommen.

Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt und wir sind mehr als dankbar dafür, dass keiner unserer Partnerinnen und Partner bislang das Handtuch werfen musste. Je mehr Zeit verstreicht, desto mehr lernen wir über das Virus, über Impfstoffe und den Umgang mit einer Pandemie. Dabei haben wir es selbst in der Hand: Schauen wir nur auf uns selbst oder wollen wir anfangen, der Welt etwas zurückzugeben? Um nicht im Corona-Blues zu versinken und lokale Unternehmen zu unterstützen, reisen wir deswegen so viel und so sicher, wie es eben geht.

Wenn auch dich gerade das Fernweh nicht loslässt oder du schon mal frühzeitig mit der Planung deiner Fernreise anfangen möchtest, kontaktiere uns einfach und wir helfen dir dabei, dich im Dschungel der Reisebeschränkungen und Infektionszahlen zurechtzufinden. Wir setzen uns täglich mit den aktuellen Möglichkeiten zu reisen auseinander und freuen uns über den Austausch mit dir! Und keine Sorge, für den Fall, dass in diesen wilden Zeiten doch wieder etwas dazwischen kommen sollte, bieten wir dir Reisen mit 100 Prozent Rückerstattung an. So kannst du dich ganz beruhigt auf deine Reise freuen!

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