Parkour lernen: Mach dein Leben zum Spielplatz.

Wenn du Parkour lernen willst, landest du schnell bei krassen YouTube Videos. Das Problem: Die vermitteln dir einen falschen Eindruck und wecken falsche Vorstellungen! Deshalb erzählen wir dir hier alles, was du wissen musst, wenn du Parkour lernen willst.

Parkour lernen bedeutet nicht Saltos zu können.

Parkour lernen hat wenig mit krassen YouTube Videos zu tun: Es geht nicht darum die spektakulärsten Tricks zu machen, sondern effizient Hindernisse zu überwinden.

Die Natur, aber vor allem der Mensch und die Gesellschaft, legen uns viele Hindernisse in den Weg. Und zwar im wortwörtlichen Sinne: Steine, Geländer, Mauern, Zäune, Häuser… Es gibt endlos viele Hindernisse in unserer alltäglichen Umgebung. Und genau die bestimmen deinen Weg und geben dir vor, wohin du dich wie bewegst.

Als Menschen nehmen wir diese Vorgaben wie selbstverständlich hin: Wir gehen um eine Mauer herum, anstatt die Mauer hochzugehen. Wir gehen um die Garage herum, anstatt darüber. Doch warum eigentlich?

Bei Kindern läuft das anders: Kinder gehen da lang, wo es ihnen gerade passt und die Hindernisse auf dem Weg werden einfach überwunden. Kinder interessiert es nicht, ob Erwachsene sagen, dass das kein Weg ist: Sie experimentieren und spielen mit ihrer Umgebung.

Wenn du Parkour lernst, passiert dir genau das: Dein Leben wird für dich wieder zu einem Spielplatz. Du fängst an Alltagsobjekte nicht zu umgehen, sondern sie zu benutzen und damit zu spielen. Du überwindest die Hindernisse, die dir im Weg stehen und veränderst damit deine Wahrnehmung für die Umwelt. Du gehst deinen eigenen Weg: Mit einem Gefühl der Freiheit und kindlicher Unbeschwertheit.

Parkour lernen: Im Team hast du am meisten Spaß!

Jeder kann Parkour lernen und dieses Gefühl von Freiheit bekommen. Dennoch wird dir jeder Traceur (ein erfahrener Parkour-Läufer) sagen: ‚Pass auf! Fang nicht sinn- und planlos an rumzuspringen.‘ Und damit haben sie vollkommen Recht: Wenn du nicht weißt, was du tust, kannst du dich schnell verletzen!

Es ist wichtig zuerst die grundlegenden Techniken des Parkour zu lernen, bevor du irgendwann selber losziehst und Spots (Orte mit Hindernissen, die sich besonders für Parkour eignen) erkundest. Du musst wissen, wie du abspringst, aufkommst, dich abrollst, abfängst und noch so einiges mehr. Und komm jetzt bitte nicht auf die Idee, dass es dafür ausreicht, ein paar Videos zu schauen: Das lernst du nur von einem qualifizierten Trainer. Sobald du diese Techniken beherrschst, kannst du Parkour alleine trainieren. Bis dahin geht deine Sicherheit vor.

Es ist aber nicht nur die Sicherheit: Bei einem Training mit verschiedenen Trainingspartnern hast du deutlich mehr Spaß. Denn der halbe Spaß am Parkour kommt durch deine Trainingspartner: Zusammen eine neue Route zu finden, zu testen und zu bewältigen ist eine der besten Sachen überhaupt!

Parkour Gruppen sind keine riesigen Vereine, sondern kleinere Gruppen aus denen häufig gute Freundschaften entstehen. Ganz egal, ob du Anfänger oder Profi, totaler Sportmuffel oder das Fitnessmonster schlechthin bist: Traceure freuen sich über neue Gesichter! Es gilt stets das Motto: Teile deine Liebe zum Parkour mit anderen.

Zwischen Lebensart und Bewegungskunst: Die Geschichte des Parkour.

Angefangen hat alles in den späten 1980ern mit Kindheitsspielchen und Verfolgungsjagden einer Gruppe von sieben Freunden in den Pariser Vororten Lisses, Evry und Sarcelles. Die Kinder sprangen über Treppen, Bäche und Tischtennisplatten, um den anderen zu entwischen. Sie nannten sich Yamakasi.

Die Yamakasi setzten ihre Körper ein, um schnell und effizient die urbane Landschaft zu durchqueren. Als die Kinder älter wurden, kamen schwierigere Hindernisse dazu: Erst Mauern und Baugerüste, später Hochhäuser und Gebäudefassaden. Wie du dir vorstellen kannst, erregte das ganze Spektakel der Yamakasi viel Aufmerksamkeit.

Leider ist zu viel Aufmerksamkeit nicht immer gut und so trennten sich die Wege der Freunde. Der Hauptscheidepunkte war Luc Besson’s Film `Yamakasi: Les samouraïs des temps modernes.` – Die Samurai der Moderne

Ein Teil der Yamakasi unterstützten den Film. Andere, darunter David Belle, wollten weniger Spektakel und dafür den ursprünglichen Gedanken der natürlichen Fortbewegung bewahren. Aus diesem Grund erschuf David Belle den Begriff TraceurEine Person, die den Grundgedanken der direkten, effizienten und schnellen Fortbewegung in jedem Terrain lebt.

David Belle gilt heute als Gründer von ‚Le Parkour‘. Dennoch streiten sich die Geister, was genau Parkour ist: Einigung besteht lediglich darüber, dass Parkour nicht nur eine Sportart ist, sondern eine Disziplin und Lebensart. Parkour ist Bewegungskunst, Bewegungsfreiheit und Individualität.

Genau diese hohe Individualität ist auch der Grund, warum es beim Parkour keinen Sinn macht von richtigen und falschen Stilen zu sprechen. Parkour ist sehr jung und entwickelt sich mit jeder Generation weiter. Das bedeutet, du musst keinen Regeln folgen und kannst mit der Zeit deinen eigenen Stil entwickeln.

Auch wenn es oft gleichgesetzt wird, darfst du Parkour nicht mit Freerunning und Tricking verwechseln: Beim Parkour ist die Bewegung Mittel zum Zweck. Beim Freerunning und Tricking steht die Bewegung selber im Vordergrund. Deshalb gibt es beim Freerunning und Tricking viel mehr Salti, Flic Flacs & Co. Das heißt, wer nur auf der Suche nach Spektakel und Adrenalin ist, widmet sich besser dem Freerunning oder Tricking .

Parkour lernen: Hast du wirklich das Zeug dazu?

Parkour ist ein anspruchsvoller Spor: Du brauchst Kraft, Ausdauer, Koordination, Balance und auch Mut. Das heißt aber keineswegs, dass du Profisportler oder extrem durchtrainiert sein musst. Beim Parkour lernen wirst du schneller Fit als du denkst: Jedes Parkourtraining, insbesondere bei Anfängern, besteht zu einem großen Teil aus Kraft- und Konditionstraining sowie Koordinations- und Balance-Übungen. Alles was du für Parkour brauchst, lernst du beim Parkour!

Viel wichtiger als die Physis ist die Einstellung und mentale Reife. Wer seinen eigenen Körper nicht kennt oder Parkour nur lernen will, um andere mit coolen Tricks zu beeindrucken, lässt es besser direkt sein: Überheblichkeit und Ungeduld führen zu Verletzungen.

Grundsätzlich kann jeder mit der richtigen Einstellung und der nötigen mentalen Reife Parkour lernen. Die einzige Ausnahme bilden körperliche Einschränkungen oder Verletzungen. Auch das Alter ist Nebensächlich: Parkour ist ein junger Sport und es existieren wenig Studien über die körperlichen Auswirkungen. Daher gibt es keine offizielle Altersgrenze. Einige Parkour-Gruppen bieten sogar Training ab 3 Jahren an. Gleichzeitig sind einige Traceure über 50 Jahre alt.

Wie gefährlich ist Parkour lernen wirklich?

Bei den spektakulären Bildern und Videos denken viele, dass Parkour lernen gefährlich sein muss. Und genau das ist einer der Gründe, warum viele nicht damit anfangen. Dabei ist diese Annahme nicht richtig!

Beim Parkour lernen gilt grundsätzlich: Es ist nur so gefährlich, wie du es dir selber machst. Es gibt keinen Wettbewerb, Zeitdruck oder Leistungsstress. Damit sind die häufigsten Verletzungsgefahren anderer Sportarten außen vor!

Beim Parkour sind die Hauptursachen für Verletzungen Überschatzung und Überforderung. Wenn du dich an einer Übung versuchst, für die du nicht bereit bist, überlastest du deinen Körper und verletzt dich. Daher ist es extrem wichtig deinem Körpergefühl zu folgen. Denn selbst wenn du fällst, kannst du das mit der richtigen Technik ausbügeln. Fallen ist nicht das Problem, du musst nur richtig fallen.

Vier Grundregeln, damit du dich beim Parkour lernen nicht verletzt.

Damit du dich beim Parkour lernen auch wirklich nicht verletzt, helfen dir diese vier Grundregeln:

  1. Vergiss nie dich aufzuwärmen: Aufwärmen und Dehnen ist super wichtig für deine Muskeln. Auch wenn es dich noch so reizt schnell einen Sprung zu üben: Lass die Finger davon, wenn du dich nicht gründlich aufgewärmt hast!
  2. Mach gutes Aufbautraining: Kraft- und Konditionstraining ist wichtig, um Parkour zu lernen. Doch Vorsicht: Übertreib es nicht. Gönne deinem Körper Ruhetage und trainiere nicht länger als drei Stunden am Stück! Ansonsten überlastet du deine Bänder und Gelenke. Andere Sportarten wie Yogaoder Schwimmen sind als Ausgleich ideal.
  3. Ignoriere deine Ängste nicht vollständig: Beim Parkour gilt nicht wie üblich der Spruch ‚Überwinde deine Ängste‘. Im Gegenteil, ein bisschen Angst tut gut: Angst zeigt uns unsere natürlichen Grenzen auf und die müssen wir respektieren. Versuche dich nur an dem, was realistisch erreichbar ist. Angst ist erst destruktiv, wenn du Angst vor Bewegungen hast, die du kannst.
  4. Bleib ruhig und geduldig: Parkour erfordert jahrelanges und konsequentes Training. Vergleich dich nicht mit anderen, vor allem nicht mit erfahrenen Traceuren. Sei Geduldig, konzentrier dich auf dich und hab Spaß!

Parkour lernen: Mit dem richtigen Aufwärmprogramm verhinderst du Verletzungen.

Parkour lernen: Indoor vs Outdoor.

Wenn du nach Parkour-Gruppen suchst, wirst du schnell feststellen, dass manche draußen und manche drinnen trainieren. Da kommt schnell die Frage auf, was besser ist.

Immer mehr Traceure gehen nach drinnen in die Halle und das hat seine Gründe: In der Halle kannst du deine Hindernisse selber arrangieren und flexibel an dein Lernziel anpassen. Außerdem verringern Matten und Polster die Verletzungsgefahr und machen dich mutiger: Mit weichen Matten statt hartem Beton unter deinen Füßen traust du dir den einen oder anderen Sprung mehr zu.

Trotz dieser Vorteile ist Outdoor eine Nummer für sich! Das Freiheitsgefühl, das du beim Training mit realen Hindernissen im Freien erlangst, ist unbeschreiblich. Und nicht nur das Gefühl macht Outdoor besonders: Du entwickelst ein Verständnis für Parkour und wie du mit welchem Hindernis am besten umgehst. Genau so wird deine Welt zum Spielplatz.

Wenn du draußen Parkour lernst, hast du kein Problem später auf die Halle umzusteigen. Andersrum ist das schwieriger. Du landest härter und baust schnell Angst auf. Zusätzlich ist es schwieriger natürliche Hindernisse einzuschätzen und zu benutzen.

Die Entscheidung, ob du drinnen oder draußen Parkour lernst, kann dir keiner abnehmen. Das ist Typ-Sache. Als Hilfestellung kannst du drei Fragen für dich selber beantworten:

  1. Wie akrobatisch willst du sein?
  2. Wie stehst du zu Verletzungen?
  3. Wie schlimm ist Kälte für dich?

Ich persönlich mag die Mischung und trainiere sowohl drinnen als auch draußen. Am besten probierst du beides aus!

Die richtige Ausstattung zum Parkour lernen.

Bei vielen Sportarten musst du ein halbes Vermögen für die Ausstattung ausgeben, bevor du überhaupt anfangen kannst zu trainieren. Nicht so beim Parkour! Alles was du zum Parkour lernen brauchst ist dein eigener Körper. Theoretisch kannst du barfuß und nackt Hindernisse überwinden. Doch bevor du auf falsche Gedanken kommst, es geht angenehmer:

Die passenden Schuhe.

Die Schuhe sind mit Abstand der wichtigste Teil der Ausstattung:

  • Grip: Gute Parkour Schuhe brauchen einen guten Grip. Ohne Grip rutschst du leicht an Mauern oder Geländern ab und verletzt dich. Also keine Sohlen ohne Profil! Wichtig ist auch, dass die Sohle aus einem Teil besteht. Einzelne Teile verheddern sich und der Schuh geht schneller kaputt.
  • Passform: Die Schuhe müssen fest an deinem Fuß sitzen und nicht rumschlabbern. Es gilt immer: Die Schuhe müssen sich an deinen Fuß anpassen, nicht andersrum!
  • Zehenschutz: Klingt komisch, aber es erspart dir viele Schmerzen! Insbesondere bei Katzensprüngen, wo du an eine Wand springst, verhindert ein Zehenschutz Stauchungen. Vor allem am Anfang!
  • Dämpfung: Die Dämpfung ist Geschmackssache. Ein bisschen Dämpfung ist wichtig. Vor allem für deine Knie. Je mehr Dämpfung deine Schuhe haben, desto höhere Sprünge kannst du meistern. Aber hier liegt gleichzeitig das Problem: Mit dicken Sohlen hast du weniger Körpergefühl. Du merkst nicht, wenn du schlecht oder zu fest aufkommst. Dann gewöhnst du dir schnell eine schlechte Landetechnik an.

Die bekanntesten Parkour Schuhe sind die Feiyue. Andere Klassiker sind die Kalenji Success, die New Balance 373und die Asics Onitsuka Tiger. Die besten Parkour Schuhe im Überblick findest du hier: http://parkourschuhe.com.

Manche Traceure empfehlen für den Anfang Fahrradhandschuhe. So kriegst du weniger Schürfungen und Kratzer ab. Allerdings geht auch etwas von dem natürlichen Gefühl verloren. Notwendig ist es nicht.

Die passende Kleidung.

Die wichtigste Regel für die Kleidung lautet: Mach es dir warm und bequem! Viel mehr Regeln gibt es nicht.

  • Obenrum:Deutschland ist nicht der wärmste Fleck auf Erden! Auf dem Weg zum Trainingsspot kann dir schnell kalt werden. Beim Wechsel zwischen Ausdauer- und Technikteil des Trainings trocknet der Schweiß. Schwuppdiwupp bist du krank!
    Damit das nicht passiert, solltest du immer einen Hoodie und gegebenenfalls eine Jacke zum überziehen mit dabei haben. Gegen trocknenden Schweiß helfen thermale Kompressionsshirts oder Funktionswäsche. Wenn du keine hast, schnapp dir ein Hemd aus Wolle: Das saugt den Schweiß auf. Oder du machst es dir ganz leicht und nimmst einfach ein Wechselhemd mit
  • Untenrum:Traceure tragen üblicherweise weitgeschnittene Traininingshosen. Auch beliebt sind Bundeswehrhosen und Baggy Pants. Wichtig ist allein die Bewegungsfreiheit. Alles andere ist Geschmackssache.

Der Rucksack: Ein Muss für Profis.

Mit vollen Hosentaschen durch die Stadt zu laufen und Hindernisse zu überwinden ist mehr als unpraktisch. Daher geht für erfahrene Traceure nichts ohne einen eng anliegenden Rucksack oder einen Sports Holster. Erfahrungsberichte zu Parkour Rucksäcken findest du hier (http://parkourista.de/rucksaecke/).

Wenn du anfängst Parkour zu lernen, musst du dir darum keine Sorgen machen! Beim Anfängertraining bleibt ihr meistens an einem Ort. Da gibt es kein Problem mit der Schlepperei. Und wenn ihr doch um die Gegend zieht, dann kannst du deine Wertsachen einfach in den Rucksack von deinem Trainer legen.

Wie du siehst, du brauchst dir am Anfang keinen Kopf um die Ausstattung zu machen und musst auch nicht viel Geld investieren: Zieh dir passende und einigermaßen rutschfeste Schuhe an, schnapp dir Wasser, Wechselhemd und Handtuch und los geht’s! Die perfekte Ausstattung kannst du dir später kaufen.

Der typische Ablauf eines Parkour-Trainings.

Wie bei jedem guten Training startest du mit Aufwärm- und Dehnübungen. Anschließend geht es weiter mit dem Technikteil. Die Technik trainierst du an einem Spot, das ist ein Ort mit natürlichen Hindernissen, an dem du Parkourtechniken üben kannst. Den Spot wählt dein Trainer passend zu den Techniken aus, die er trainieren will: Ein Spielplatz, ein Hinterhof, eine Treppe oder ein Dach – das kann alles Mögliche sein. In der Regel trainierst du pro Training 2-5 Hindernisse.

Parkour lernen: Superman Liegestützen zum Kraftaufbau.

Je nach Vorlieben deines Trainers kommt das Kraft- und Konditionstraining entweder nach der Technik oder zwischendrin. Stell dich dabei auf Schweiß und Muskelkater ein! Beim Kraft- und Konditionstraining wirst du komplett durchgeschüttelt: Liegestützen, Kniebeugen, Suicides, Burpies und andere schweißtreibende Übungen warten auf dich. Einer meiner Lieblinge sind die Superman-Liegestützen. Auch wenn es nicht das spaßigste ist: Danach fühlst du dich richtig gut!

Zum Abschluss musst du dich wieder dehnen und ab geht’s unter die Dusche.

Parkour lernen: Alles beginnt mit der richtigen Landung.

Zu Beginn wirst du viel an deiner Landung arbeiten. Denn nach jedem überwundenen Hindernis ist die Landung kostenlos mit dabei und daher musst du sicher und richtig aufkommen

Richtig landen klingt einfach? Das ist es auch! Du brauchst nur die richtige Technik. Für den Anfang sind drei Arten von Landungen entscheidend:

1. Präzisionssprunglandung: Die Standard Landung.

Die Präzisionssprunglandung ähnelt der uns bekannten Landung: Du kommst gleichzeitig auf beiden Fußballen auf und die Füße sind schulterbreit voneinander entfernt. Wichtig sind folgende Punkte:

  • Ballen über Versen: Lande auf den Fußballen, nie auf den Versen. Wenn du auf den Versen oder dem ganzen Fuß landest, federst du den Schwung nicht ab und machst deine Gelenke kaputt.
  • Keine Kniehocke: Beuge bei der Landung deine Beine nie mehr als 90 Grad. Das überlastet deine Knie, du verlierst jeglichen Schwung und brauchst mehr Kraft zum Aufstehen. Keine gute Idee!
  • Immer Vorwärts denken: Achte darauf, dass dein Gleichgewicht immer mehr nach vorne als nach hinten geht. So kannst du deinen Sprung leicht abfangen, wenn du merkst, dass du es übertrieben hast. Zum Beispiel durch eine Schulterrolle oder eine Vierpunktlandung.

Parkour lernen: Die Präzisionssprunglandung als Grundtechnik.

2. Schulterrolle: Die Roulade des Parkour.

Bei der Schulterrolle rollst du dich von der Schulter über deinen Rücken ab. Los geht die Rolle bei einer Schulter: Schulter, nicht Hals! Den Kopf und Hals ziehst du zur Brust. Dann rollst du dich diagonal über deinen Rücken ab und kommst mit dem Schwung direkt wieder auf die Füße.

Die Schulterrolle ist simpel, aber unglaublich nützlich: Einerseits federst du Schwung ab, was vor allem bei hohen Sprüngen oder einem tiefen Fall wichtig ist. Andererseits nimmst du den Schwung aus deinem Sprung direkt mit in die nächste Bewegung. Wie Traceuere so schön sagen: Du bleibst im Flow.

Ein wichtiger Tipp für Anfänger: Trainiere die Schulterrolle auf beiden Seiten. Du kannst dir später nicht aussuchen, auf welcher Seite der Schwung ist. Bleib flexibel! Am besten trainierst du die Schulterrolle auf Gras. Sobald du die Grundlagen beherrschst, kannst du das Abrollen mit Sprüngen oder Schwüngen kombinieren.

3. Die Vierpunktlandung: Auf allen Vieren ankommen.

Die Vierpunktlandung kommt zum Einsatz, wenn du zu tief fällst und keinen Platz für eine Schulterrolle hast. Genau wie bei der Präzisionssprunglandung kommst du auf deinen Fußballen auf. Anschließend verlagerst du dein Körpergewicht weiter nach vorne und fängst den Rest des Aufpralls mit deinen Händen ab. Wichtig ist, dass deine Ellenbogen zwischen deinen Beinen sind und deine Knie nach außen zeigen. Sonst tut es weh!

Weitere Tipps zum landen findest du hier.

Parkour lernen: Deine ersten Sprünge über Hindernisse.

Hindernisse überspringst du mit sogenannten Überwindungen. Dabei gibt es weit mehr Überwindungen als Landungen. Hier die grundlegenden:

  • Die schnelle Überwindung (Passement Rapide):

Mit dieser Bewegung überwindest du ein niedriges Hindernis ohne Geschwindigkeit zu verlieren. Niedrig heißt in diesem Fall Hufthöhe, zum Beispiel eine Parkbank oder eine kleine Mauer. Und so funktioniert’s: Im Laufen springst du vor dem Hindernis einbeinig ab. Deine Hand kommt dabei als Stütze auf das Hindernis. Anschließend schwingst du beide Beine gleichzeitig und seitlich vom Körper über das Hindernis. Das sieht dann so aus: https://www.youtube.com/watch?v=3r2jZXF7aAY.

  • Präzisionssprung (Saut de précision):

Wie der Name sagt, geht es bei dem Präzisionssprung um die gezielte Landung. Das brauchst du, wenn der Platz nicht für eine Rolle reicht, beispielsweise beim Landen auf einem Geländer. Das heißt, dass du den Sprung allein mit deinen Fußballen abfedern musst. Daher funktioniert der Präzisionssprung nur bei kurzen Distanzen. Am besten übst du den Präzisionssprung mit einem stabilen Brett oder du malst mit Kreide eine Linie auf den Boden. Achte darauf, dass du genau auf dem Brett landest und nicht direkt weiterstolperst. Geh erst weiter, wenn du dein Gleichgewicht gefunden hast.
Amadei Weiland erklärt euch hier wie es funktioniert: https://www.youtube.com/watch?v=oQuaHt2Eu30

  • Katzensprung (Saut de chat):

Mit dem Katzensprung überwindest du höhere Hindernisse. Dafür springst du auf ein Hindernis zu und stützt beide Arme auf der Oberfläche ab. Gleichzeitig ziehst du deine Beine zur Brust und schwingst sie zwischen deine Armen hindurch. Jetzt musst du nur noch auf der anderen Seite landen

Der Katzensprung ist eine unbeliebte Bewegung bei Anfängern. Die meisten haben Angst nicht hoch genug zu springen und mit den Beinen am Hindernis hängen zu bleiben. Das Heilmittel: Training! Dann kannst du Anlauf, Absprung und Timing richtig einschätzen. Starte zum üben mit einem hüfthohen, stabilen Hindernis, das eine breite Oberfläche hat. So breit, dass deine Hände leicht Platz finden. Hinter dem Hindernis brauchst du freien Auslaufraum. Erst wenn das sitzt, kannst du es was schwieriger machen. Wie der Katzensprung funktioniert siehst du hier: https://www.youtube.com/watch?v=rQ85QoNLcZA&t=2s.

  • Weitsprung (Saut de détente): 

Der Weitsprung beim Parkour unterscheidet sich nicht großartig von dem Weitsprung aus dem Turnunterricht in der Schule. Gedacht ist der Weitsprung zur Überwindung von größeren Lücken, beispielsweise zwischen zwei Mauern. Du springst einbeinig ab, landest mit einem Bein und machst direkt weiter mit deinem Run. Den Weitsprung kannst du gut auf niedrigen, weiter entfernten Steinblöcken üben. Die gibt es zum Beispiel in der Innenstadt und in Passagen.

Das sind nur ein paar Sprungtechniken, es gibt weit mehr: Zum Beispiel die Mauerüberwindung (Passe muraille), der Armsprung (Saut de bras) und das Tic-Tac.

Parkour lernen: Drehungen und Durchbrüche.

Neben den Landungen und Überwindungen, fehlen noch zwei entscheidende Bewegungen zum Parkour lernen: Drehungen und Durchbrüche.

Beim Parkour sprichst du von der halben Drehung (Demi-Tour) und der ganzen Drehung (Réverse). Meistens sind Drehungen nicht notwendig, um ein Hindernis zu überwinden. Deshalb nutzen Traceure Drehungen, um Energie und Schwung für den weiteren Bewegungsfluss zu gewinnen.

Der Durchbruch hört sich spektakulärer an als er ist: Nein, du springst nicht durch Fenster.Es geht darum zwischen Geländern oder unter Stangen hindurch zu schwingen. Das kannst du gut an Schaukeln oder Handgeländern lernen.

Parkour lernen: Die Drehung an Stangen üben.

Parkour lernen bedeutet kombinieren und experimentieren.

Die Anzahl der Basisbewegungen beim Parkour ist überschaubar. Die Basis eignest du dir schnell an. Die Kunst besteht darin, Bewegungen miteinander zu kombinieren. Und zwar so, dass du Hindernisse überwindest.

Im Parkour gibt es keine Regeln. Du kannst Bewegungen ganz nach deinem Gefühl kombinieren und damit experimentieren. Wenn du bald deine erste eigene Kombination machst, wirst du merken, was das für ein geiles Gefühl ist.

Mit dem Kombinieren fängst du früh an. Das ist wichtig für dein Körpergefühl. Nur durch eigenes experimentieren lernst du, welche Bewegungen zusammenpassen und worauf du achten musst. Eine gute Übung für den Anfang ist ein Durchbruch mit anschließender Rolle.

Parkour lernen verändert deine Wahrnehmung der Welt.

Parkour lernst du Schritt für Schritt: Zuerst kommen die Basisbewegungen, anschließend Kombinationen, dann schwierigere Bewegungen und zu guter Letzt schwierigere Kombinationen.

Auch die Ziele kommen Schritt für Schritt. Du musst nicht lange auf die ersten Erfolge warten. Im Gegenteil: Jeder Bewegungsablauf, den du lernst hat sein eigenes Ziel. Sobald du das erreichst, freust du dich wie ein kleines Kind. Jedes Hindernis, mag es noch so ‚einfach’ sein, fühlt sich an wie ein Meilensprung: Einfach hammer!

Nach viel Training, Ruhe und Geduld, erkundest du selber Spots und überlegst dir Routen. Dann merkst du ein für alle Mal, dass sich das Training mehr als lohnt: Das Gefühl der Freiheit ist unbeschreiblich!!

Falls du dich selber auf Spot Suche machen willst, helfen dir diese Tipps von Amadei Weiland: https://www.youtube.com/watch?v=DtvuA8BtGfw.  Wenn du lieber die Lieblingsspots anderer ausprobieren willst, findest du hier eine Übersicht guter Spots in Deutschland: http://www.le-traceur.net/parkour-spots.php.

Viele wollen Parkour lernen. Der Großteil macht es aber doch nicht. Die meisten haben Angst oder trauen es sich selber nicht zu. Beides ist überflüssig: Jeder kann Parkour lernen! Du musst weder Angst haben, noch schüchtern sein oder viel Geld für die Ausrüstung hinblättern. Du musst es einfach nur machen und bevor du dich versiehst ist dein Leben ein Spielplatz!

Wir helfen dir dabei: Wenn du nach Parkour Kursen in Köln und Umgebung suchst, melde dich bei uns und wir finden den passenden Kurs für dich:

2017-11-15T15:54:53+00:00

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