In dieser Woche geht es nicht darum, einfach möglichst viele Routen abzuhaken. Das Ziel ist, dir ein solides Fundament zu geben, damit du nach dem Kurs Sportkletterrouten am Naturfels zunehmend selbstständig und sicher angehen kannst.
Insgesamt erwarten dich sechs Tage angeleitetes und gecoachtes Klettern. Die Gruppe besteht aus maximal acht Teilnehmer:innen, sodass Inhalte an Erfahrung, Unsicherheiten und individuelle Lernziele angepasst werden können.
Von der Halle an den Naturfels
Wenn du bisher überwiegend indoor geklettert bist, merkst du draußen schnell, dass viele zusätzliche Faktoren eine Rolle spielen. Griffe sind nicht farbig markiert, Tritte müssen selbst erkannt werden und auch Routeneinstieg, Sicherungspunkte und Umlenkung verlangen mehr Eigenständigkeit.
Der Kurs führt dich Schritt für Schritt an diese Anforderungen heran. Du lernst, Felsstrukturen besser zu lesen, sinnvolle Bewegungen zu finden und gleichzeitig die sicherheitsrelevanten Abläufe am Naturfels zu beherrschen.
Komplette Kletterneulinge sind ebenfalls willkommen. Es wird jedoch empfohlen, vor der Reise einige Male in einer Kletterhalle zu klettern, damit dir grundlegende Bewegungen und das Gefühl für Höhe nicht völlig neu sind.
Sichern, Toprope & Vorstieg
Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Seil- und Sicherungstechnik. Abhängig von deinem aktuellen Level lernst oder vertiefst du unter anderem das Sichern im Toprope und Vorstieg, das korrekte Clippen von Expressschlingen sowie den sicheren Umgang mit dem Sicherungsgerät.
Auch Partnercheck, Position der sichernden Person und Kommunikation zwischen Kletterpartner spielen eine wichtige Rolle. Ziel ist, dass du nicht nur weißt, welcher Handgriff wann nötig ist, sondern auch verstehst, warum er sicherheitsrelevant ist.
Deine ersten Vorstiege
Wenn dein Level und deine Sicherheit es zulassen, arbeitest du im Laufe der Woche auf selbstständiges Vorstiegsklettern hin.
Dabei lernst du, wie du Expressschlingen sinnvoll einhängst, das Seil korrekt clippst und dich während des Kletterns so organisierst, dass du dich stärker auf die Bewegung konzentrieren kannst.
Der Übergang erfolgt schrittweise. Wenn du noch nicht bereit für den Vorstieg bist, kannst du zunächst im Toprope weiter an Technik, Sicherheit und Vertrauen arbeiten.
Umlenkungen & Route abbauen
Eine Sportkletterroute endet nicht mit dem letzten Zug. Deshalb lernst du auch, wie du am Umlenkpunkt sicher vorgehst und das Material anschließend wieder aus der Route entfernst.
Das Reinigen beziehungsweise Abbauen von Umlenkungen gehört ausdrücklich zu den Kursinhalten. Dadurch entwickelst du die Fähigkeiten, die du brauchst, um später mit einem Kletterpartner eigenständig am Sportkletterfels unterwegs zu sein.
Kommunikation & Kletterkommandos
Klare Kommunikation ist beim Klettern ein wichtiger Teil der Sicherheit. Deshalb werden die relevanten Kletterkommandos ebenso vermittelt wie die Abstimmung zwischen kletternder und sichernder Person.
Gerade draußen, wo Wind, andere Gruppen oder größere Abstände die Verständigung erschweren können, hilft eine klare und einheitliche Kommunikation dabei, Missverständnisse zu vermeiden.
Klettertechnik & effiziente Bewegung
Neben der Sicherheit steht auch deine Bewegung am Fels im Mittelpunkt. Du arbeitest daran, Füße bewusster einzusetzen, den Körperschwerpunkt sinnvoll zu verlagern und mit möglichst wenig Kraftaufwand zu klettern.
Das ist im Frankenjura besonders interessant. Viele der Kalkrouten sind vergleichsweise kurz, dafür technisch und kraftvoll. Löcher, kleine Tritte und steilere Passagen belohnen präzise Fußarbeit und eine gute Körperposition – und zeigen schnell, wenn du dich zu stark auf die Arme verlässt.
Risiken am Naturfels verstehen
Zum selbstständigen Outdoor-Klettern gehört auch, mögliche Gefahren einschätzen zu können. Im Kurs beschäftigst du dich deshalb mit grundlegenden Outdoor-Risiken und lernst, worauf du bei Fels, Routenverlauf, Sicherungspunkten und dem Bereich am Wandfuß achten solltest.
Materialkunde
Welches Sicherungsgerät passt zu dir? Was brauchst du für einen eigenen Sportklettertag? Und welche Ausrüstung solltest du persönlich besitzen?
Während der Woche lernst du die unterschiedlichen Ausrüstungsgegenstände und ihre Verwendung kennen. Ein Großteil des Sicherheitsmaterials wird für den Kurs gestellt. Eigene Kletterschuhe und Klettergurt solltest du jedoch mitbringen. Empfohlen werden außerdem Helm, Sicherungsgerät, zwei Schraubkarabiner und eine sechzig Zentimeter lange Bandschlinge, Leihmaterial für einige dieser Teile ist vorhanden.
Sechs Tage am Fels
Die konkrete Auswahl der Felsen richtet sich nach Gruppe und Bedingungen. Das Frankenjura besteht nicht aus einem einzigen großen Klettergebiet, sondern aus sehr vielen kleinen, über die Region verteilten Felsen. Dadurch kann flexibel zwischen unterschiedlichen Wandneigungen, Schwierigkeitsgraden, Sonne und Schatten gewählt werden.
Das übergeordnete Ziel bleibt über die gesamte Woche gleich: möglichst viel Zeit am Fels verbringen und die neu erlernten Fähigkeiten immer wieder praktisch anwenden.